Älteres

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die lange geplante Fahrt des Theatervereins nach Bonn fand am 17.5.14 statt. Wie geplant konnten wir den Kanzler-Bungalow im Park des Palais Schaumburg besichtigen, sowie das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Natürlich stand dazu ein kleines Rahmenprogramm im Programm wie den Rhein am alten Bundestag anschauen, wie auch ein kleiner Stadtbummel von der Universität bis zum Bahnhof. Erholungspausen kamen nicht zu kurz wie auch das Abschlussfoto- auf der berühmten Treppe des Alten Rathauses.
Fotos: Palais Schaumburg vom Park aus und das Gruppenfoto.

Johannes Wennrich


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Die Kasse klingelte für neue Glocken
100 Jahre Theaterverein Holzheim -
Mit den Aufführungen auch die Kapelle finanziert


von: RENATE HOTSE

HOLZHEIM.
Not macht erfinderisch - unter diesem Aspekt gründete sich vor 100 Jahren der Theaterverein Holzheim. Denn 1910 wollten die Holzheimer eine Kapelle bauen für ihre Prozessionen, die viermal im Jahr stattfanden. Da es für dieses Vorhaben am nötigen Kleingeld mangelte, sollten die Eintrittsgelder zu den Theateraufführungen die nötige Summe zusammenbringen. Der Plan funktionierte - und das überraschend schnell: Schon 1912 wurde die Kapelle eingeweiht. "Damit endete die Zeit der Eifersüchteleien", so Johannes Wennrich, seit rund 25 Jahren Vorsitzender des Theatervereins. Denn in Ermangelung einer ausreichenden Zahl an stationären Altären wurden diese in den Toreinfahrten der Bauern errichtet - ein begehrtes Privileg, das man dem Nachbarn so schnell nicht gönnte....

Ganze Dorfjugend schloss sich an

Noch heute ist die Kapelle, die am Ortseingang aus Richtung Bad Münstereifel kommend unter drei Kastanien errichtet wurde, im Besitz des Theatervereins. Zunächst bestand dieser nur aus drei Leuten: Hubert Zinken, Clemens Küpper und Johann Kreuser. Ihnen schloss sich bald die ganze Dorfjugend an - ein Zulauf, von dem der Verein heute nur träumen kann. Der Beginn des Ersten Weltkrieges war vorübergehend das Ende des fröhlichen Theaterspiels und auch das des Glockengeläutes aus der Kapelle. Denn die alten, wertvollen Glocken wurden zu Kanonenkugeln umgeschmolzen.

Also hatten die Akteure, als sie sich 1919, ein Jahr nach Kriegsende, wieder zusammenfanden, gleich eine neue Aufgabe. Jetzt spielte man fleißig Theater, um neue Glocken anschaffen zu können. Jahre später war es dann die kostbare Vereinsfahne, die sich der Verein leisten konnte, eine überaus aufwändige Handarbeit mit Stickereien auf Samt und Seide und mit Brokat eingefasst. Das Prachtstück wird auch heute noch bei Prozessionen hervorgeholt.

Zur Zeit des Dritten Reichs war es dann mit dem Theaterspielen wieder einmal vorbei. Als auch diese Ära vorüberging, waren es erneut die im Krieg zweckentfremdeten Glocken, die es durch die Einnahmen des Dorftheaters zu ersetzen galt. In der Pfarrchronik erwähnte Stücke aus dieser Zeit waren "Fatima", "Pretiosa" und "Izzig im Fass". Mit "Über Land und Meer" fand 1958 die vorerst letzte Aufführung statt. Danach ruhte das Vereinsleben bis 1983. Das lag wohl am Weggang des damaligen Pfarrers Dr. Koch, der die Seele und treibende Kraft des Vereins gewesen und so schnell nicht zu ersetzen war. Eigentlich ging es nur um die Regelung finanzieller Angelegenheiten, als das Vereinskartell Ende 1983 alle noch lebenden und interessierten Theaterfreunde zu einer Versammlung einlud. Doch diese Zusammenkunft war dann auch der Beginn neuer Aktivitäten und schon ein Jahr später - nach 26-jähriger Abstinenz - wurden mit großem Erfolg zwei Stücke im Saal Pünder aufgeführt: das Hirtenspiel "Als die Engel kamen" und "Hänsel und Gretel". "Das Hirtenspiel musste ich damals sogar umschreiben, damit alle interessierten Kinder des Dorfes mitspielen konnten", erinnerte sich Johannes Wennrich. Seit Anfang der 90er Jahre ruht mangels Nachwuchs das aktive Theaterspielen. "Die jungen Leute ziehen meistens fort", erklärt Wennrich, hofft aber dennoch auf eine Wiederbelebung, wie es sie ja auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben habe. Bis es soweit ist, halten gemeinsame Ausflüge - etwa ins Hänneschen- oder ins Millowitsch-Theater - das Vereinsleben aufrecht.

Eifeler Mundartfreunde spielen Sketche

Auch andere Akteure sind auf Einladung des Vereins in Holzheim aufgetreten und haben wenigstens hin und wieder dafür gesorgt, dass die Holzheimer zum gemeinsamen Theaterbesuch zusammenkamen.

So soll es auch wieder am Sonntag, 14. März, um 16.30 Uhr sein, wenn aus Anlass des 100-jährigen Bestehens in den Brunnenhof eingeladen wird. Dort sorgen die Eifeler Mundartfreunde aus Bad Münstereifel mit Sketschen und Unterhaltung für einen bunten Nachmittag. Der Eintritt kostet fünf Euro.


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Derbes und feinsinniger Wortwitz
"Mundartfreunde" fesselten zwei Stunden lang die Holzheimer

Die Münstereifeler Darsteller halfen als "Gastarbeiter" den Nachbarn aus.

"E Geschenk" lautete der Titel des Theaterstücks, das am vergangenen Freitag im "Brunnenhof" in Holzheim aufgeführt wurde. "E Geschenk" machte damit sozusagen auch der Theaterverein Holzheim den Bürgern des Ortes, den Mitgliedern des Vereins und weiteren zahlreichen Gästen. Nicht, dass bei freiem Eintritt gespielt wurde, aber dass überhaupt weiterhin Theateraufführungen stattfinden, darum ist der Verein bemüht. "Wir können als kleiner Verein derzeit leider keine eigenen Stücke einstudieren", erklärte Johannes Wennrich, Vorsitzender der Holzheimer Theaterfreunde. Daher habe man diesmal die "Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde" aus Bad Münstereifel engagiert. Der gefragten Hobby-Schauspieltruppe um den rührigen Regisseur Karl Roberz eilt der Ruf voraus, mit viel Witz und Herz amüsante Volksstückchen auf die Bühne zu bringen und damit ihr Publikum in Entzücken zu versetzen.

Den Ohm umschwänzelt!

Das gelang den acht Darstellern auch dieses Mal wieder, so dass die rund 70 Zuschauer aus dem Lachen kaum herauskamen. Die Rahmenhandlung um einen alten Bauern, Ohm Paul (Karl Roberz), der im Lotto gewonnen hat und von seinem Glück der buckligen Verwandtschaft etwas abgeben will, birgt so manche Chance für Verwicklungen. Der pfiffige Ohm lässt seine "Famillich" aus der Stadt anreisen, um Geld zu verteilen. Natürlich nicht, ohne vorher eine Bedingung zu stellen. Jede Menge Missgunst und Streit sind damit programmiert. Neffe Alfred, etwas dümmlich und dennoch sehr von sich überzeugt, mit seiner "Tussi" Rosa (Kalle und Edith Leßenich) umschwänzeln den Ohm, und auch der steife Hermann (Michael Küpper) unter der Fuchtel seiner Frau Dora (Gertrud Kau) machen gut Wetter. Zum Entsetzen der vier sollen sie zum Weihnachtsfest erst mal eine Sau schlachten. Die in solcherlei handfesten Dingen ungeübten Städter lieferten sich dabei ein schreiend komisches Duell um die beste Schlachtmethode, was das begeisterte Publikum mit Szenenapplaus quittierte.

Schrullige Charaktere in überzeugender Darstellung fesselten die Besucher mühelos zwei Stunden lang. Die Geschichte und die Texte, die in diesem Fall aus der Feder von Roberz selbst stammen, hätte das Leben selbst nicht besser schreiben können. Mal derbe Sprüche, mal feinsinniger Wortwitz, das Publikum wusste jedenfalls damit umzugehen.

Vollends zufrieden mit dem gelungenen Abend meinte Johannes Wennrich dennoch: "Ich hoffe, dass wir zu unserem 100-jährigen Jubiläum in drei Jahren wieder etwas Eigenes auf die Beine stellen können. Aktive Mitstreiter sind daher herzlich willkommen."

Zwei Stunden lang verstanden es die Münstereifeler "Mundartfreunde", das Publikum in Holzheim zu fesseln.

(c) ELKE SPRUNKEL


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